Erlebnisse aus dem Online-Handel
Einige Leser hatten es ja schon gemerkt, daher nun offiziell: EBay ist für uns nicht mehr die primäre Einstellplattform, wir haben uns in den letzten Wochen massiv von eBay zurückgezogen. Amazon ist nun unsere Plattform und ich bin froh – fast stolz – das wir den Wechsel vollzogen. Ich werde gleich etwas zu den Vor- und Nachteilen schreiben, aber vorab noch ein Wort zu eBay: Für mich ist es nahezu erschreckend, in welcher Form sich die Plattform in den letzten Monaten verändert hat. Es war allen ehrlichen Verkäufern klar, das dringende Maßnahmen notwendig sind, um diese Plattform vor Betrug und Mißbrauch zu schützen. eBay hat sich meiner Meinung nach jahrelang einen Dreck darum gekümmert, hier in irgendeiner Form einzugreifen und zahlte dafür einen hohen Preis: Massiver Vertrauensverlust bei den Käufern, hoher Frust bei den ehrlichen Verkäufern. Was im Moment aber bei eBay passiert, ist ein Schlag ins Gesicht für alle ehrlichen Verkäufer – diese sind die Leidtragenden der Änderungen der letzten Monate, während Betrüger, gewerblichen Privatverkäufern und betrügerischen Käufern Tür und Tor geöffnet wurde.
Ich könnte jetzt seitenweise frustiert über die Auswirkungen schreiben, aber es bringt nichts: Nur die Eingeweihten – also alle Betroffenen oder diejenigen die sich mit der Materie wirklich auseinandersetzen – würden es verstehen. Dennoch ein Beispiel: EBay forciert als Voreinstellung für alle Suchenden auf eBay die neue Suche “Beliebteste Artikel” – diese Auflistung ignoriert den zeitlichen Ablauf der Auktionen und listet nur die Verkäufer die sich nach eBays Meinungen bewährt haben. Nur ausgewählte Verkäufer werden dort in den wichtigen oberen Positionen gelistet. Wir haben ein DSR von 4.8, 4.8, 4.8 und 4.7 von 5.0 und trotzdem sind wir nach eBays Meinung nicht priviligiert und werden anstatt gut nur normal gelistet. Hallo? gehts noch? Vor uns sind nicht etwa bessere Verkäufer gelistet, nein dort findet man das ganze Pack angefangen bei gewerblichen Privatverkäufern bis hin zu Verkäufern von Fälschungen. Ein Beispiel von vielen, ich könnte das jetzt wie gesagt seitenweise fortführen.
Für eBay zählt nicht mehr die Plattform, nicht mehr das Auktionsgeschäft und den eBay-Spirit den es vor Jahren durchaus mal gab, alles ist dem Shareholder-Value gewichen – Wachstum auf Teufel komm raus. Im Moment ist PayPal die CashCow – logisch nachdem eBay massiv den Einsatz von PP durchsetzt. Sollen sie machen, aber ohne uns.
Amazon – und ich denke hier wird mir jeder Recht geben – ist eine Plattform mit extrem hohen Ansehen bei den Käufern (und das zu recht). Amazon will wie jedes Unternehmen wachsen, aber nicht auf Kosten seiner User. Ein Beispiel dazu: Amazon läßt für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft für den Bereich Spielwaren ab Mitte September keine neuen Verkäuferanmeldungen zu. Im Bereich Spielwaren dürfen nur Verkäufer verkaufen, die Mindestanforderungen entsprechen und das ganze ist eingeschränkt bis zum 5. Januar. Hut ab Amazon, eine großartige Regelung. Wir können aus eigener Erfahrung bestätigen – viele der Geschichten kann man hier im Blog lesen – das die Betrugsquote zu Weihnachten massiv nach oben steigt. Amazon entgeht mit dieser Entscheidung eine Menge an potentiellen Gebühreneinnahmen aber im Endeffekt profitieren sie davon. Kann sich irgendjemand so eine Regelung von eBay vorstellen? Ich nicht.
Nun gut, ich will auch niemanden langweilen – Diskussionen können wir ja in den Kommentaren führen. Daher zum Punkt: Warum ist für uns Amazon die bessere Plattform? Ganz einfach:
Noch ein paar Anmerkungen: Ich bin es leid Käufern wochenlang wegen 5 Euro 70 hinterzurennen und mir die abenteuerlichsten Geschichten anzuhören. Ehrlich, das nervt unendlich. Bei Amazon gibt es eine eMail “Bitte verschicken” und das war es. Fertig. Dazu kommt noch ein wesentlicher Faktor: Es gibt bei Amazon keine Käuferdiskussionen, im Gegenteil die Kommunikation ist erschreckend gering, also keine Anfragen ala “Für 5 Euro inkl. Versand würde ich den Artikel der eigentlich 70 Euro kostet kaufen”. Finde ich manchmal etwas Schade, da sich über eBay schon einige nette Bekanntschaften entwicklet haben.
Was ist der Preis für all diesen Luxus? Ich bezeichne ihn als gering: Die Verkaufsgebühr beträgt 15%. Punkt. Das war es, nicht mehr und nicht weniger. Klingt viel, ist es aber nicht. Wenn ich bei eBay einen Artikel mehrmals wieder einstellen muß, weil eBay diesen in der aktuellen Standardsuche filtert, komme ich schnell über diese Grenze, vor allem weil auch PayPal mit ins Spiel kommt. Dazu kommt: PayPal als Zahlungsdienst der mir als Verkäufer – im Gegensatz zu Amazon keine Sicherheit bietet – aber dafür gut an Provisionen kassiert und bei dem ich keine Rechtssicherheit habe. Was noch: Die Anforderung von Amazon an den Verkäufer sind deutlich höher und das ist auch gut so. Versand innerhalb eines festgelegten Zeitraums, A-Z Garantie für den Käufer.
Auf Ebay wird nur noch das eingestellt, was auf Amazon nicht geht bzw. wo wir erst noch ein Gefühl für bekommen müssen. Unsere eBay Gebühren konnten wir aktuell so von 600 Euro im Monat auf 300 Euro drücken, Ziel ist es deutlich unter 100 Euro zu kommen. Das Powerseller Symbol haben wir bereits seit ein paar Wochen ausgeblendet, ich glaube das ist eher eine Strafe als ein wirklicher Vorteil und lange werden wir es nicht mehr haben. Vorteil gab es dadurch übrigens keinen – abgesehen von 20% Rabatt auf die Verkaufsprovisionen (also knapp 25 Euro, aber die gingen für die Paypal Gebühren drauf) – glaubt es oder nicht: Die Powerseller im Powerseller-Forum kämpfen mit den gleichen Problemen wie alle anderen. Nur das Forum ist wirklich lesenswert, da dort die üblichen Anpöbeleien fehlen.
Eins fällt mir noch ein: Wenn ich an den Amazon Kundenservice schreibe, bekomme ich eine Antwort und keinen Textbaustein. Ich war beim ersten Mal so überrascht davon, das ich mich dafür bedankt habe … soweit ist es schon gekommen.
Geschichten wird es hier weitergeben, 80% waren ja eh Erlebnisse wo wir als Käufer aufgetreten sind und das wird in Zukunft auch so bleiben …
4 Responses for "Ebay – wir haben fertig!"
Ich werd demnächst auch mal meine Meinung zum Amazon Marketplace schildern (wollt ich eigentlich schon lange mal machen), natürlich aus Sicht eines Privatverkäufers, aber viel wird sich da von deiner Meinung nicht unterscheiden.
Amazon Marketplace, das bessere ebay?…
Nicht ganz. Das ergibt sich schon aus den unterschiedlichen Grundvoraussetzungen. So kann man bei ebay so ziemlich alles versteigern, während man bei Amazon (als Privatverkäufer) auf Artikel beschränkt ist, die zumindest irgendwann mal i…
Mahlzeit,
so sehr ich auch mit Dir konform gehe, was Ebay und vor allem PP betrifft, so muss ich Dir doch aus Käufer-Sicht sagen, dass meine Einkäufe bei Amazon eben durch den Marketplace massiv zurückgegangen sind.
Die Verkäufer bieten nicht annähernd den Service, den ich von Amazon gewohnt bin. Lieferungen dauerten bei mir immer mindestens eine Woche statt meist NBD.
Versandkosten werden erst auf der Endabrechnung oder im Profil des Vks ausgewiesen. Wenn ich aber bei A kaufe, dann gehe ich ab 20,- EUR davon aus, dass es versandkostenfrei ist.
Nein, A ist für mich als Käufer keine Alternative zu den Auktionsplattformen.
Auch meine Erfahrungen bei Hood waren bisher eher negativ. Irgendwie sind nur noch die totalen Spacken auf allen Plattformen unterwegs. Der übliche Haufen Lügner und Betrüger. So macht das ganze keinen Spass mehr.
In der Bucht kann man wirklich nur noch bei Firmen kaufen, die Privatanbieter sind zu gefühlten 90% unseriös (geworden).
Und auch bei den Firmen muss man sich das Profil gaaaanz genau ansehen. Aber meist sieht man schon an den angebotenen Artikeln, ob der Vk seriös ist.
Gruß
Michael
Beim Marketplace kommt es auch stark auf den Verkäufer an, halt wie immer. Ich habe mal ein paar Testbestellungen bei der Konkurrenz gemacht um den Zustand zu sehen wie die Ware wegschicken. Was hier ankam erschreckte dann doch zum überwiegenden Teil, wir hätten das in dieser Form bei Amazon nicht mehr verkauft. Da fragt man sich schon, ob wird nicht viel zu ernst (sprich genau) an die Sache rangehen. Unsere Profile sprechen für sich, aber um das wirklich interessiert ist dann noch eine andere Frage.
Übrigens löst Amazon Fulfillment genau Dein Problem, mußt Du mal darauf achten – div. Sellercentral VErkäufer sind schon dabei – wir auch zum Teil. Dort liegt die (Gebraucht-) Ware in den Lagern von Amazon und fallen so in das gleiche versandprinzip wie die regulären Artikel.
Hood braucht man nichts mehr zu sagen, voll Zustimmung.
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