Wie inzwischen vermutlich jeder weiß, reicht es das Wort "Widerruf" auszusprechen – alternativ geht auch "Ich will es doch nicht" – um einen eBay-Kaufvertrag bei einem gewerblichen Händler aufzulösen (zumindest bei uns).  Seltsamerweise sind es genau die Problemkandidaten, die diese Möglichkeit nicht nutzen selbst wenn man es ihnen anbietet – warum auch immer. Anstatt die magischen Zauberworte auszurufen, wird die Sache ausgesessen. Der Käufer im nachfolgenden Fall, setzte dem dann aber noch die Krone auf …

Fangen wir von Vorne an:

Kauf eines Gamecube Komplettsets am 15.11.2007, die Kaufabwicklung wurde sofort durchgeführt zusammen mit der Anfrage nach weiteren Spielen. Die Anfrage wurde sofort beantwortet, die Kommunikation klappte also.

Als 13 Tage später (28.11.2007) immer noch keine Überweisung eingegangen ist, fragten wir freundlich nach:

"Hallo,
bis einschl. heute ist noch keine Zahlung eingegangen. Hast Du schon
bzw. wann wirst Du den Betrag überweisen? Bitte melde Dich falls es irgendwelche Probleme gibt.
Danke und Gruß
Marcel"

Die Antwort kam gleich am nächsten Tag:

Hallo Marcel,
Montag Spät Dienstag kann ich das geld überweisen. Es ist leider eine
ungeplante situation aufgetreten und ich war Pleite diesen Monat ohne das
ich es überhaupt wusste. Wenn es dich nicht stört das die zahlung so spät
eingeht werde ich es so schnell wie möglich nachholen

Fein, die Kommunikation klappt und somit gibt es für alle Probleme eine Lösung. Also ging auch gleich die entsprechende Antwort:

Hi,
überhaupt kein Problem – oft kommt es vor, das durch ein Zahlendreher
oder ähnliches die Überweisung zurückgeht, ohne das der Käufer es merkt und sich wundert warum der ersteigerte Artikel nicht kommt.  Daher frage ich lieber immer früher nach. Wenn es überhaupt nicht passen sollte, ist es auch kein Problem wenn Du vom KV zurücktreten willst. Einfach nur bescheid geben.
Gruß
Marcel

Super – offenbar alles geklärt. Nun ja, der Montag und auch einige andere Montag’e gingen vorbei, ohne das eine Zahlung eingegangen ist. Als am 17.12.2007 – also ganze drei Wochen später – immer noch keine Überweisung eingegangen ist, wurde die eBay Unstimmigkeit eröffnet und nochmals wurde der Käufer darauf hingewiesen, das er vom Kaufvertrag zurücktreten kann:

"Hallo, da nach dem letzten Kontakt wieder knapp 3 Wochen vergangen sind, starte ich nun die Unstimmigkeit. Nochmal der Hinweis, das Du ohne Probleme vom Kaufvertrag zurücktreten kannst – alles kein Problem. Aber zumindest geklärt werden sollte die Sache schon."

Natürlich gab es keine Antwort mehr und so wurde die Unstimmigkeit mit einer Verwarnung für den Käufer abgeschlossen. Dies war am 27.12.2007. Einen Tag später (!!), also am 28.12.2007 – trudelte dann die folgende eMail vom Käufer ein:

Hallo,
ich habe ihre anfrage über die feiertage hinweg leider nicht verfolgen können. wenn sie denken ich habe das extra gemacht haben sie sich gewaltig in mir getäuscht. das sollte ein weihnachtsgeschenk für meinen sohn werden. nicht nur das ich ihm nichts schenken konnte weil unser deutscher staat mir kein geld gegeben hat zu weihnachten. nein ich muss mich jetzt noch damit rumplagen das ich einen verwarnungspunkt bekommen hab der schnell wieder weg muss da ich sonst nichts verkaufen kann. hätten sie mir eine normale email geschrieben wäre sie auf meinem handy angekommen. allerdings kann ich ebay nachrichten so nicht einsehen. Fassen sie sich ein herz und heben sie wenigstens die verwarnung auf. Ich hab echt schon genug probleme.
ich danke ihnen für ihre zeit diese email zu lesen.

Soso, der deutsche Staat ist schuld. Unglaublich. Die Verwarnung wurde natürlich nicht aufgehoben und es hat mir in den Fingern gejuckt, eine negative Bewertung hinterherzujagen. Der Account liegt seitdem brach und ich denke das ist auch gut so …